Was ist ein UNESCO-Biosphärenreservat?

Der Begriff „Biosphärenreservat“ ist zusammengesetzt aus „Biosphäre“ (Lebensraum) und „-reservat“ (von reservare = bewahren). Es geht also darum, Lebensräume zu bewahren, und zwar besonders wertvolle und schützenswerte.

Das internationale Programm „Der Mensch und die Biosphäre“, kurz MAB-Programm (engl. „Man and the Biosphere“), wurde 1970 von der UNESCO - der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation - ins Leben gerufen. UNESCO-Biosphärenreservate sind Modellregionen, in denen experimentell Methoden entwickelt werden, die einen Ausgleich zwischen den Bedürfnissen des Menschen und der Natur herstellen.

Biosphärenreservate leisten gemäß der Internationalen Leitlinien somit einen Beitrag zur Erhaltung von Landschaften, Ökosystemen, Arten und genetischer Vielfalt. Sie fördern zudem eine wirtschaftliche und menschliche Entwicklung, die soziokulturell und ökologisch nachhaltig ist. Weiterhin zählt die logistische Unterstützung zu ihren Funktionen und damit die Förderung von Demonstrationsprojekten, Umweltbildung und –ausbildung sowie Forschung und Umweltbeobachtung im Rahmen lokaler, regionaler, nationaler und weltweiter Themen des Schutzes und der nachhaltigen Entwicklung.

Das Bedeutet folglich, dass die Wirtschaft im Biosphärenreservat so weiterentwickelt werden soll, dass Ressourcen schonend und nachhaltig genutzt werden. So stehen die Ressourcen auch nachfolgende Generationen zur Verfügung. Profitieren sollen somit langfristig praktisch alle Einwohner*innen des Gebietes von dieser Entwicklung. Diese Modellgebiete werden als UNESCO-Biosphärenreservate ausgezeichnet und sollen anderen Regionen auf der ganzen Welt als Vorbild dienen.

Derzeit gibt es 701 UNESCO-Modellregionen,  "Biosphärenreservate" in 122 Ländern  – davon 16 in Deutschland (Stand Januar 2020), zwei weitere befinden sich in Zentralasien in Vorbereitung.

Zu den Zielen von UNESCO-Biosphärenreservaten gehören:

  • der Erhalt biologischer Vielfalt
  • die Förderung nachhaltiger Nutzungsweisen
  • der Schutz historischer Kulturlandschaften
  • die Bildung für Nachhaltigkeit sowie Forschung und Monitoring


Zonierung von Biosphärenreservaten

Biosphärenreservate sind in drei Zonen unterschiedlicher Nutzungsintensität gegliedert:

  • In der Kernzone wird der Einfluss des Menschen auf ein Minimum reduziert. Sie unterliegt weitestgehend Bestimmungen zum Schutz natürlicher Prozesse. Die Kernzone sollte mindestens 3 % der Gesamtfläche eines Biosphärenreservates einnehmen.
  • In der Pflegezone sind menschliche Aktivitäten z. B. über den Tourismus oder die Fischerei zulässig, soweit sie umweltverträglich gestaltet werden. Die Pflege soll mindestens 10 % der Gesamtfläche des Biosphärenreservats betragen, Pflege- und Kernzone zusammen mindestens 20 %.
  • In der Entwicklungszone wird die menschliche Nutzung nicht eingeschränkt. Eine freiwillige Teilnahme der Bürger*innen und Kommunen an einer Erprobung von Maßnahmen und Projekten zur Stärkung der nachhaltigen Entwicklung bildet die Handlungsgrundlage. Die Entwicklungszone soll mindestens 50 % der Gesamtfläche umfassen.

 

Biosphärenreservat Drömling

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