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Seltener Schmetterling erobert den Drömling und seine Randlagen

Östlicher Großer Fuchs ©Matthias Dumjahn
Östlicher Großer Fuchs ©Matthias Dumjahn
Östlicher Großer Fuchs (Nymphalis polychloros) Grundfarbe: orangebraun Hinterflügel(A): schmale mehr oder weniger scharf begrenzte, schwarze Flügelbinde mit sich anschließender, gelber Wellenlinie Vorderflügel(B): Punkte an der Vorderflügelbasis meistens zu einem Punkt verschmolzen

Seltener Schmetterling erobert den Drömling und seine Randlagen

Die Rede ist vom Östlichen Großen Fuchs (Nymphalis xnthomelas). Bereits in einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2018 berichteten zwei Fachleute (Wolfgang Rozicki und Hilger Mehlau)  in den „NEVA“ — Nachrichten des Entomologischen Vereins Apollo ausführlich über diesen Falter und den Ergebnissen ihrer Nachforschungen  im niedersächsischen Drömling.  Trotz seines eher sporadischen und seltenen Auftretens wird der Östliche Große Fuchs in Deutschland meist noch zur heimischen Fauna gezählt (Reinhardt Trampenau 2013). Noch  im Jahr 1998 galt er in Deutschland als ausgestorben. Als eher osteuropäisch-asiatische Art, besiedelt dieser Falter vor allem weite Teile Asiens bis hin nach Japan und erreicht im Westen seines  permanenten Siedlungsareals gerade noch die Ostslowakei, Weißrußland, Südostpolen, Ostungarn, Rumänien, Mazedonien und Nordwestgriechenland. Periodisch vorkommende  erfolgreichere Reproduktionen in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet lösen oft ein Migrationsverhalten dieses Falters aus. So wurden Einzeltiere in den letzten Jahren regelmäßig vor allem in Ostsachsen nachgewiesen. Im Jahr 2014 durchflogen wandernde Falter insbesondere auch den Norddeutschen Raum und erreichten u. a. die Beneluxländer. Die ersten Faltermeldungen aus dem Drömlingsgebiet (Giebelmoor bei Kaiserwinkel, pers. Mitt. H. Münchenberg) gab es dann nicht überraschend im Jahr 2015, fast 90 Jahre nach dem letzten Fundnachweis im ostniedersächsischen Raum.

Bekannt ist, dass der Östliche Große Fuchs eine Vorliebe für feuchtere Waldgebiete besitzt. Der Drömling mit seinen Bruchwäldern und den zahlreich vorkommenden Weidengebüschen in den Bereichen der Moordammkulturen bietet beste Voraussetzungen für diese Art, vergleichbar mit den Biotopen in Osteuropa. Die Vermutung der genannten Fachleute, dass der Östliche Große Fuchs im Drömling inzwischen eine selbsterhaltende Population aufgebaut hat, konnte durch zahlreiche Raupen und Puppenfunde bestätigt werden. Auch in diesem Jahr konnten bereits erste Falter im sachsen-anhaltinischen Teil des Drömlings  (Gemarkung Kusey) nachgewiesen werden

Nach ihrer Winterdiapause fliegen diese Falter je nach Wetterlage bereits ab Mitte März. Genaues Hinschauen ist aber erforderlich, denn diese Art kann leicht mit dem Großen Fuchs (Nymphalis polychloros), der meist trockenere Bereiche vorzieht, verwechselt werden. Es gibt jedoch eine Reihe von Unterscheidungsmerkmalen. Die sichersten aber vor allem am sichtbarsten Merkmale zeigen die folgenden Abbildungen.

 

 

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